Wer spielt in ELEKTRA oder WIDER DEN STROM DER RACHE?

Die Rolle der Elektra verkörpert Mareike Greb, die bereits in den Vorjahren in HAMLET und MACBETH mitwirkte.

Franziska van der Heide spielt die Schwester der Elektra mit Namen Chrysotha. Franziska van der Heide gehört zum zweiten Mal zum Team der COMPAGANIE MAGDEBURG 09: 2012 war sie als Editha in EDITHA MY LOVE zu erleben. Zwischen 2013 und 2015 machte sie Fernsehen: Mieke „Mietze“ Lutze in GUTE ZEITEN- SCHLECHTE ZEITEN.

Tone Eriksen und Ben Ossen sind neu im Ensemble. Die gebürtige Norwegerin gibt der Klyta Kontur und Charakter, der Mann aus Aachen ist Orest, der Bruder von Elektra und Chrysota und Sohn der Klyta.

Seit etlichen Jahren zählen zum Team: Ekkehard Schwarz (Erzieher), Jan Schwiesau (Chaostos) und Bernd Kurt Goetz (Ägisth).

Die künstlerische Leitung liegt wieder in den Händen von Gisela Begrich, und Christoph Deckbar komponiert die Lieder und begleitet Abend für Abend am Piano.

Maria Schorr verantwortet Ausstattung und Kostüme.

 

ELEKTRA Oder WIDER DEN STROM DER RACHE (2018)

Die Vorstellungen von

ELEKTRA oder WIDER DEN STROM DER RACHE
finden in Magdeburg, unterhalb des Doms, im Garten der Möllenvogtei statt.
Premiere ist am Montag, dem 09. Juli 2018.
Beginn 20:30 Uhr, Einlass ab 19:30 Uhr

Der Anspruch der überlieferten Versionen des antiken Stoffes erfährt ständige Brüche in Heiterkeit und Trivialität. Tragödie und Komödie wechseln sich ab. Die historische Ferne verliert sich beständig im Zeitgenössischen. Unterhaltung gefährdet dennoch nicht Ernsthaftigkeit.

Vorhaben Sommertheater 2018

ELEKTRA oder die Vergeblichkeit von Rache oder fatale Hoffnung
(Der Titel  ist derzeit noch als Arbeitsfassung zu betrachten.)

Die COMPAGNIE MAGDEBURG 09 präzisierte in den letzten Jahren ihr Konzept:

Das Team schreibt Geschichten und Dramen, die zu einem Kanon des Erbes zählen, im Zeitgenössischen fort. 2015 und 2016 zum Exempel geschah dies mit den Werken MACBETH und HAMLET von Shakespeare.

Die Gruppe transponiert Konflikte, die vor Jahrhunderten in eine gültige Form gebracht worden sind, aus einem anderen Geschichtsverständnis heraus in gesamtgesellschaftliche Voraussetzungen der Gegenwart und bringt die Konflikte in eine leicht rezipierbare Korrespondenz zur Gegenwart.

Gegenwärtige Konfrontationen erfahren zugleich jedoch eine historische Verortung. Geschichte erscheint aktuell und Aktualität erhält Historizität.

2018 soll dies mit einem Thema aus der Antike geschehen: ELEKTRA.

Die älteste Stückfassung (413 v. Chr.) stammt von Sophokles. Dem folgten in der Neuzeit (Seit 1900) eine Fülle von Adaptionen (z.B. Hofmannsthal, Hauptmann, Sartre, Giraudoux oder Eugene O´Neill).

Im Gegensatz zur aktuellen Theaterpraxis, tradierte Stücke/Werke radikal durch Regie zu unterlaufen, um Gegenwärtigkeit zu erreichen, bietet die Magdeburger Truppe einen gänzlich neuen Text, der jedoch Struktur, Fabel und Gegenstand der ursprünglichen Literatur verteidigt. (Nicht anders handelten eben Shakespeare, Goethe oder Hofmannsthal, als sie überlieferte Stoffe in ihre Zeit transportierten.)

Die Compagnie bedient sich dabei auch einer spezifischen Spielweise:

Harte Brüche zwischen ernsten und heiteren Szenen steigern wie Lieder und musikalische Live-Einspiele den Spannungsbogen der Inszenierung und pro-vozieren einen hohen Unterhaltungswert.

Elektra basiert in Inhalt und Gegenstand auf dem archaischen Kreislauf von Rache und Hass (Auge um Auge, Zahn um Zahn).

Der Rückgriff vieler Personen aus verschiedenen Epochen auf diesen Stoff, siehe oben im Text, bezeugt, dass es, durch die Jahrhunderte analysiert, den Menschen offensichtlich immer wieder schwer gefallen ist, aus Kreisläufen hasserfüllten Handelns auszubrechen und zu moderaten Sichtweisen zu gelangen und diese zu verteidigen.

Ein Blick auf die Gegenwart zeigt auch: Es bestehen keine nachhaltigen Gründe, uns heute (Beispielsweise auch in Europa) als so aufgeklärt und moralisch entwickelt zu betrachten, dass wir davor gefeit sein würden, in Zeiten roher Gewalt zurück zu fallen.

Wir beobachten auch ganz allgemein (Recherchen aus Medien und Gesprächen) einen Verfall der Gesprächskultur, der Kultur des Benehmens und Verhaltens (z.B. Straßenverkehr) sowie die Zunahme von Hass und Gewalt und dies oft aus nichtigen Gründen heraus.

Die Compagnie kann und will nicht über die große Weltpolitik Theater machen, sie will Beziehungen im menschlichen Bereich abhandeln, und da die antiken Dramen weltpolitische Zusammenhänge als Familientragödien erzählen, ersetzen wir weltpolitische Dimension vorwiegend durch eine allgemein menschliche Position, aber das Allgemeinmenschliche muss sich in konkreten aktuellen Beispielen vor Scheitern bewähren.

Konzept und Geschichte der Compagnie

Die Compagnie produzierte in den Jahren ihrer Existenz vor allem Werke zur Geschichte des Territoriums

2005: GESCHICHTE MAGDEBURGS IN EINER VORSTELLUNG
2013: LAND OHNEGLEICHEN

oder zum Wirken von Personen

1999: KATHARINA VON BORA
2001: ADELHEID UND IHRE KAISER (König und Kaiser Otto sowie seine Gemahlin Adelheid, als auch Otto II. und III. sowie Kaiserin Theophanu),
2006: MIT ALLER SCHMERZENS QUAL IM BUNDE (Monologe der Ehe-frauen Richard Wagners: Minna Planer, Cosima Wagner)
2012: EDITHA MY LOVE (Königin Editha und König Otto)
2002: WOHLAN, MEINE SEELE, WACH AUF! (Mystikerin Gertrud von Helfta),
2008: MEINEN HIMMEL KANN NIEMAND ZERSTÖREN (Mystikerin Mechthild von Magdeburg)
2009: EIN SÄCHSISCHER SAUHUND (Der junge Richard Wagner als Kapellmeister in Magdeburg)

sowie den Wirkungen von Ereignissen

2009: ZUM HIMMEL HOCH! (800 Jahre Dom zu Magdeburg),
2015: DAS JAHR NULL (Die Geburt von Jesus Christus).

Die Compagnie führte aber auch Adaptionen von hinlänglich bekannter Literatur auf

wie BÜRGER LEAR (2008/KÖNIG LEAR), MACBETH oder DIE REIN-HEIT DES HERZENS (2016/MACBETH), HAMLET oder DIE UNEND-LICHKEIT DER IRRTÜMER (2017/HAMLET), allesamt Werke von Shakespeare, oder BÖRDEFAUST Teil I und II (1995 und 2010) nach FAUST I und II von Goethe sowie DON KIJOTE FOR SACHSEN-ANHALT (2007/Don-Quijote-Stoff des Cervantes) oder MITTELDEUTSCHER JEDERMANN (2011/Jedermann-Stoff aus dem Mittelalter und in der Hofmannsthal-Variante)

sowie eine Be- und Verarbeitung der Versuche des Menschen, den Tod zu übertölpeln, vom Märchen „Gevatter Tod“ bis zur Geschichte des Brandner Kasper reichend, unter dem Titel LEBEN. ENDLOS. EIN TRAUM (2014).

In vielen Fällen wurden dabei Werke, Überlieferungen oder sachliche Beschreibungen aus zurückliegenden Zeiten in die Gegenwart übertragen.

Die Vorhaben der Compagnie sind jeweils nur umsetzbar, wenn genügend Sponsoren gefunden werden.

Über Interessenten, die die Vorhaben der COMPAGNIE MAGDEBURG 09 unterstützen möchten, freuen wir uns.

Das kann vom Wunsch, im Team mitzuarbeiten, bis zum Sponsoring reichen.

Denn bestimmte Themen müssen wir immer wieder zurück stellen, weil der finanzielle Aufwand die üblichen Umfänge übersteigt. Das betrifft zum Beispiel DIE RÄUBER von Schiller, die einen besonderen personellen Aufwand bedürfen, sie in RÄUBER 2.0 neu erstehen zu lassen.

Die COMPAGNIE MAGDEBURG 09 schärfte in den letzten Sommertheater-Projekten seit 2014 ihr Profil, was sich wie folgt charakterisieren lässt:

Die COMPAGNIE übersetzt die zwischenmenschlichen, gesellschaftlichen, ökonomischen und ökologischen Probleme und Gegebenheiten aus historisch fernen Tagen in zeitgenössische Umfelder.

Sie schreibt die Geschichten aus Dramen und anderen Literaturen, die zu einem Kanon der Weltliteratur zählen, fort in der Gegenwart und bedient sich damit der gleichen Methoden, wie dies seit altersher der Fall gewesen ist. Shakespeare wie Goethe griffen bei ihren bekanntesten Werken HAMLET und FAUST auf Vorlagen zurück.

Tradierte menschliche Konfliktsituationen werden übertragen in gegenwärtig bekannte und nachvollziehbare Zusammenhänge, gegenwärtige Konfrontationen erfahren eine historische Verortung.

Im Gegensatz zur aktuellen Theaterpraxis, den Text radikal durch Regie zu unterlaufen, wählt die COMPAGNIE den Weg, um das Dilemma, zeitnah zu sein, zu meistern, indem sie einen gänzlich anderen Text anbietet, der dennoch Fabel und Gegenstand der adaptierten Literatur verteidigt.

Diese Verfahrensweise schärft das Geschichtsbewusstsein und relativiert einen möglichen Fortschritt im moralischen, humanistischen und zwischenmenschlichen Bereich radikal.

Es bestehen keine wirklichen Gründe, uns heute in Europa agierenden Personen als immun zu betrachten, in Verhaltensmuster vergangener Zeiten zu verfallen.

Wir sollten uns gewärtig sein, dass unsere intakten gesellschaftlichen Beziehungen immer wieder verteidigt werden müssen, und das aller gesellschaftlicher Fortschritt sich wesentlich auffälliger in Wissenschaft, Technik und Lebenskomfort manifestiert als in zwischenmenschlichen und moralischen Feldern und dies schon seit Jahrhunderten.

Für das Jahr 2018 plant die Compagnie, sofern die Fördermittel bewilligt werden, eine Adaption des Elektra-Stoffes, den bislang u.a. Sophokles und in der Neuzeit (Seit 1900) z.B. Hofmannsthal, Hauptmann, Sartre, Giraudoux oder Eugene O`Neill).